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SCHLUPFSTEINE / KLOBENSTEINE / DURCHKRIECHSTEINE
Durchkriechbräuche und -zeremonien wurden von jeher durchgeführt um folgende Ergebnisse damit zu erreichen:
Heilung des Körpers, Sicherung der Gesundheit: *zB kamen die Menschen zum Marienstein im Bayrischen Wald und “schlupften”
durch den Spalt zwischen Granitfels und Kirchenmauer, um ihre körperlichen Leiden abzustreifen. *In Österreich sind auch alte Durchschlupfbräuche zu Heilzwecken
zu finden: Bucklwehlucka in St. Thomas in Oberösterreich. Der sogenannte Blasenstein ist in 2 Teile zerbrochen und durch die 4 m lange Spalte zwängen sich die
Menschen hindurch. Es heißt, man sollte den Durchgang von der Osten begehen. In niederösterreichischen Rochushöhle befindet sich eine weitere
Durchschlupföffnung. Hier findet jährlich am 16. August eine Wallfahrt
zu Ehren des Heiligen statt. Wundersame Heilungen aus den Jahren 1741 und 1760 werden berichtet...
Eine weiter Überlieferung erzählt von den Heilkräften der kleinen Pfennigsteinhöhle bei Mödling vor den Toren von Wiens. *Dem Durchschlupf der Pierre Percée von Courgenay in der Schweiz
werden Heilkräfte besonders bei Durchfall nachgesagt.
Sexualität und Erotik: Von vielen Durchkriechstellen wurde gesagt, ihre Durchquerung hätte etwas
mit Lust und Fruchtbarkeit zu tun. ZB. das Nadelöhr im Harz, die Pfennigsteinhöhle in Niederösterreich, der Lochstein in St. Wolfgang bei Altenmarkt und der
Cista mystica in Eleusis berichtet von diesen Bräuchen. Ayios Stephanos auf Zypern
hat ein Kirchlein, wobei sich nebenan ein Stein mit einem rechteckigen Loch befindet. Es gibt dazu die alten zyprische Sage, dass der Gatte einer untreuen Frau nicht mehr durch diese Lücke schlüpfen konnte - der Grund waren die Hörner, die ihm aufgesetzt wurden. Wenn man bedenkt, dass es auf dieser Insel 50 Lochsteine geben soll?
Geburt und Wiedergeburt: Wenn man die Risiken einer Geburt in früheren Zeiten bedenkt, ist der Durchschlupfbrauch um für eine gute Geburt vorzusorgen,
gut nachvollziehbar. Ganz in der Nähe - bei St. Wolfgang im Salzkammergut - ist dieser Brauch überliefert.
Initiation: In Papua Neuguinea ist noch heute der Durchkriecheingang in ein Zeremonienhaus der Abelam als Initiationsritus zu finden.
Und noch folgende Absichten waren oder sind die Gründe des Durchkriechbrauches: Reinigung der Seele, Abstreifen von Sünden, Zurücklassen der Vergangenheit Verjüngung Umgang mit dem Tod
Durchkriechsteine und Schlupfsteine sind zB hier zu finden:
OBERÖSTERREICH:
 Höll am Warscheneck im Toten Gebirge
Hirschleitengraben am Kürnberg bei Linz
Mödling
Nußberg bei Mötlas: Talauskira
Steyregg (Gemeinde)
St. Thomas am Blasenstein: Buckwehluck’n
Wolfgangskapelle am Falkenstein / Wolfgangssee
SALZBURG:
Heidnische Kirche
Sixtuskapelle

Seewaldsee/hinter Wilhelmskapelle
STEIERMARK:
Rochusberg bei
Dietrichshag:
TIROL:
Klobenstein in Kössen
BAYERN:
Bayerischer Wald: Ronberg
Oberbayern bei Oberjettenberg: Schwarzbachalm mit
Durchkriechstein
Klobenstein / Schleching: Wallfahrtskirche neben riesigem gespaltenem Felsblock:
Durchschlupfbrauch
Rabenden:
Wallfahrtskirche St. Wolfgang mit Durchkriechstein unter dem Altar
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