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WALLFAHRT Heiligkeit des Ortes und des Weges
Nahezu alle Religionen kennen das Phänomen der Wallfahrt. Das Christentum besaß zunächst keinen Ansatzpunkt für die
Wallfahrt. Erst durch das Aufsuchen von Stätten der Erinnerung an Jesu Leben und Wirken im Heiligen Land kam das Christentum auch hier dem Bedürfnis der Gläubigen nach.
Dazu kamen später die Gräber von Heiligen und Märtyrern. Von der Wallfahrt zu einem heiligen Ort zu unterscheiden sind die Reliquienwallfahrt und die Wallfahrt
zu Gnadenbildern. In Bild und Reliquie ist der oder die Heilige selbst gegenwärtig und bringt man es/sie zu einem anderen Ort, “wandert” die Heiligkeit mit
. Allerdings gibt es viele Legenden, die das Bild in starkem Bezug zum Ort erläutern. Es läßt sich nicht verlegen, und wenn man es dennoch versucht, kehrt es an den Ursprungsort zurück.
Damit wird der Ort eindeutig zum Mittelpunkt des Wallfahrtsgeschehens.
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“Wallfahrten sind in irgendeiner Weise wohl auch immer der höchste Akt von
re-ligio und Kult. Es geht um eine alte Tradition, um tief verwurzelte Frömmigkeit, die alpine religio, das Erfüllen von Pflichten, das Einhalten von
Versprechungen. Nicht anders ist es bei anderen Völkern, in anderen Religionen, auch bei den Pflichtübungen in Mekka, in Indien und weltweit rundum heilige Berge.
Stets sind extreme Herausforderungen unter schwierigen Bedingungen, Kasteiungen und körperlichen Schmerzen mit einer Wallfahrt verbunden. Das
sich dabei in den Alpen vordergründig streng katholisches mit vorchristlichen Kulten vermischt hat, ist selbstverständlich, auch wenn die eigentlichen
Ursprünge nur mehr schwer voneinander zu unterscheiden sind.” Hans Haid, Volkskundler aus dem Ötztal
Ein Beispiel für eine christliche Wallfahrt ist der “Vierbergelauf” in Kärnten. Es wird für die älteste noch lebendige Wallfahrt der Welt gehalten. Ausgangspunkt ist der Magdalenenberg, dann geht es zum Ulrichsberg, zum Veitsberg und schließlich zum Lorenziberg weiter. Die Wallfahrt beginnt um
Mitternacht und endet vor Sonnenaufgang. Von jedem Berg muß dabei bestimmtes Laub mitgenommen werden (Bärlapp, Efeu, Wacholder und Fichtenzweige). Die Route entspricht in ihrem Richtungsablauf der
Sonnenbewegung. Auf zweien der Berge wurden keltische Heiligtümer gefunden, auf den anderen beiden werden solche vermutet.
„Wer eine Wallfahrt unternimmt ist bereit, sich verwandeln zu lassen,
verwandeln von der Gemeinschaft, vom Gnadenort, von Gebeten und Gesängen, von Eindrücken, von Gesehenem und Gespürtem“. aus einem Begleitheft zur Wallfahrt nach Assisi (05)
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