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Der Klobenstein in Traunstein
im Chiemgau
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Wie der Klobenstein bei Traunstein entstand
Einst lag ein Ritter, der seine Feste am Oberlauf der Traun hatte, in erbitterten Fehde mit einem Gegner, der ihn vernichten wollte. Eine Übermacht feindlicher Soldaten
drang in sein Gebiet ein und zwang ihn zur Flucht aus seiner Burg. Auf seinem schnellsten Pferd sprengte er in wildem Galopp das Trauntal entlang und versuchte
den Verfolgern, die es auf sein Leben abgesehen hatten, zu entkommen. Wohl hatte er einen Vorsprung gewonnen, aber er musste das Tier, das die kräfteraubende
Geschwindigkeit nicht lange aushielt, immer wieder rasten lassen. Er war schon einige Stunden unterwegs und bereits nördlich des Ortes Traunstein angelangt, als er
plötzlich hinter sich in der Ferne das Hufgetrappel der Pferde seiner Feinde vernahm, die ihm bedrohlich nahe gekommen waren. Verzweifelt trieb er sein völlig erschöpftes
Ross nochmals zur Eile an. Aber es war umsonst. Das arme Tier hatte keine Kraft mehr und brach unter ihm zusammen. Er befand sich gerade an einer Stelle, wo die Felsen
am Ufer hoch und steil aufragten. Dort war von frommen Leuten in einer Nische ein Bildnis der Gottesmutter aufgestellt und mit Blumen geschmückt worden. Der gehetzte
Mann sprang vom Pferd, warf sich vor dem Bild auf die Erde und flehte :
„Heilige Mutter unseres Herrn Jesus Christus, steh´ mir bei und rette mich aus dieser Todesgefahr !“
Als Erhöhung seines Gebetes brach plötzlich über ihm ein riesiger Felsbrocken aus der Wand des Steilufers heraus, stürzte herab und zerbarst in zwei Stücke, die
den erschrockenen Ritter, der unverletzt dazwischen kniete, vollständig verbargen. Das war Hilfe in letzter Minute gewesen, denn schon waren die Verfolger
herangekommen. Lärmend galoppierten sie an der Stelle, wo die Felsen den Flüchtenden ihren Blicken entzogen hatten, vorüber und bemerkten ihn nicht. Der
Ritter war gerettet und konnte sich in Ruhe ein Versteck suchen, wo sie ihn bei seiner Rückkehr nicht finden konnten.
Seit der Zeit haben viele Menschen vor dem Muttergottesbild am Klobenstein –
wie der zerbrochene Fels nördlich von Traunstein fortan genannt wurde – gebetet und Hilfe gesucht.
(G. Schinzel – Penth)
Wegbeschreibung: Fahren Sie bis zum Klärwerk Traunstein (Adresse Empfing 23) -> parken Sie dort und
richten Sie sich nach der Beschilderung »Klobenstein« - also flussabwärts an der Traun entlang. Hier geht es bald durch eine weitgehend naturbelassene Landschaft.
Links vom Weg erhebt sich ein urig wirkender Hangwald und rechts liegt ein wunderbares Biotop, eine ehemalige Fischzuchtanlage. Nach dem Biotop kommen Sie zum Klobenstein.
Dort liegt, eingebettet zwischen Fluss, felsigem Steilhang und Auwald, der »geklobene Stein«, ein riesiger, in zwei Teile gespaltener Felsblock mit einer schönen Marienkapelle.
Vom Klärwerk bis zum Klobenstein ca. 30 Minuten.
Wir danken recht herzlich für diesen Beitrag (Text und Bild) Herrn Robert S. Meisner,
Ledermannwiesen 28, D - 84529 Tittmoning – Wiesmühl, Tel. 08687 - 98 48 74
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