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EinfĂŒhrung Kraftorte und KultplĂ€tze
 

cover Rainer Buch Hoch und Heilig klein        cover rainer limpoeck zauberkraft der berge klein

FĂŒr den Begriff Kraftort gibt es viele Interpretationsmöglichkeiten:  Der kleine Altar im eigenen Garten, eine Wallfahrtskirche, eine Quelle bis zu dem Steinkreis von Stonehenge.
Die Vielfalt dieser PlĂ€tze lĂ€ĂŸt sich am  Besten durch eine zeitliche Abfolge darstellen:

Die einfachen  PlĂ€tze wie
Quellen, Berge, ungewöhnliche Felsformationen, WasserfĂ€lle,  Waldlichtungen oder besondere Erdenergien: Diese wurden von den Menschen  entsprechende markiert, durch HolzpfĂ€hle, Steinhaufen oder Tierfelle  (Totems).

 Daraus erwuchsen spĂ€ter ErdstĂ€lle,
Steinkreise, Menhire, Steinreihen. Diese  - oft monumentalen Anlagen - wurden von den Schamanen, Druiden oder Priestern zu astronomischen Berechnungen verwendet und dienten als Sonnen-, Mond- oder  Sternobservatorien. Dabei errichtete man u.a. bestimmte Fixierpunkte in den  Bauwerken, die diese Beobachtungen (z.B. die Sonnwendzeiten)  ermöglichten. Das Wissen, dass somit in diesen Anlagen gespeichert und  erweitert wurde, kennen wir heute als die "Heilige Geometrie", die sich in  Bauwerken wie den Sonnenpyramiden von Mexiko, den Pyramiden von Gizeh, den  Steinkreisen von Stonehenge und Goseck und den großen Kathedralen in  Frankreich wiederspiegeln.
Ort der Kraft waren und sind Orte der  "Re-ligio", der RĂŒckverbindung mit dem Wesen der Natur und Gott.

Kraftorte suchen:

 


Wie erkenne ich einen Kraftplatz?

Wenn Sie herausfinden wollen, ob es an Ihrem Wohnort oder Ihrem Reiseziel Kraftorte gibt, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Am besten besorgen Sie sich eine topographische Wanderkarte, die es im Maßstab 1:25000 ĂŒberall zu kaufen gibt, und schauen, wo RingwĂ€lle, Keltenschanzen, Menhire oder NaturdenkmĂ€ler eingetragen sind. Hier finden Sie meist auch ungewohnliche BĂ€ume mit historischen oder sagenbezogenen Namen. Außerdem sind in diesen Karten alle alten Kirchen, Klöster und Kapellen und auch Ruinen verzeichnet.
Weiterhin geben Orte, die mit Legenden und Sagen belegt sind, Hinweise - sie lohnen fast immer eine nĂ€here Betrachtung. Kommen in der Sage Drachen, Feen oder WichtelmĂ€nner vor, so kann das ein Hinweis auf Erdenergie und NaturkrĂ€fte sein, ebenso wie auch SchĂ€tze in Seen, Höhlen oder Bergen. Beachten Sie jedoch auch die Warnungen, die darin ausgesprochen werden, denn sie gehen ja auf die Erfahrungen unserer Vorfahren zurĂŒck. Oft weisen Orts- und Flurnamen auf eine keltische, kultische, frĂŒh- oder vorchristliche Benutzung hin, wie etwa Heidenheim, Heiligenberg, Odinshain, Thorsberg, Donnersberg (Donars-Berg), Venusberg etc. Ehemalige KultplĂ€tze, die von den christlichen Missionaren »verteufelt« wurden, sind ebenfalls ein guter Wegweiser: Teufelsstein, Teufelsfels, Teufelsburg, Teufelsmauer, HexenkĂŒche, Hexentreppe, Hexentanzplatz. In den seltensten FĂ€llen verdienen diese PlĂ€tze ihre furchteinflĂ¶ĂŸenden Namen.

Viele Ortsnamen enthalten sogar einen direkten Hinweis: Druidenstein, Heiligenhain, Engelsberg, Eibenberg, Drachenfels, Danzwiesen usw. Fast alles, was das Wort »Licht« enthÀlt, wie etwa Lichtenstein, Lichtenfels, Lichtenau oder Lichtenberg, empfiehlt sich sozusagen selbst. Ich habe bisher mindestens drei lohnende »Lichtenfelsen« kennengelernt.

 
Wachstumsanomalien

Als deutlicher Hinweis vor Ort dienen NaturphĂ€nomene, zum Beispiel Pilzkreise und BĂ€ume. Ob BĂ€ume auf einer Wachstumszone, einer Gitterkreuzungszone, einer Leyline, einer Wasserader, einer Verwerfung, einer blinden Quelle oder einer Energiespirale (Aquastat) stehen, kann der Geomant, der RadiĂ€sthesist, aber auch der interessierte Laie mit etwas Übung erkennen (lernen). Energiespiralen lassen einen Baum verdreht wachsen, ungĂŒnstige Kreuzungszonen und StrahlungsphĂ€nomene erzeugen Wucherungen, und Wachstumszonen bewirken starke Triebbildungen im unteren Stammbereich.
  BĂ€ume, deren Äste zusammenwachsen, deuten darauf hin, daß sich hier verschiedene Energien vereinigen. Manche BĂ€ume streben von schwierigen Energien - aus Verwerfungen und Wasseraderkreuzungen - weg oder wachsen zu nĂ€hrenden oder kraftspendenden Energien hin.
  Manchmal vollfĂŒhren BĂ€ume mit ihren Ästen unnatĂŒrliche »Kapriolen«, um an einer einstrahlenden Energie teilzuhaben, oder sie weichen einer horizontalen Strahlung in einem Bogen aus. BĂ€ume, die gezwieselt (gespalten) sind, weisen auf eine Wasserader hin.
  Der Geomant kann  aus der Höhe der Zwieselung in etwa die Tiefe der Wasserader ablesen. BĂ€ume, die drei- und vier­fach gespalten sind, stehen meist auf einer Wasseraderkreuzung. Das alleine sagt zwar noch nichts ĂŒber einen Kraftplatz aus, kann aber ein wichtiger Aspekt zur Gesamtbeurteilung sein.

Auch verschiedene Pflanzen und Tiere geben eindeutig Auskunft. So gibt es Strahlensucher und StrahlenflĂŒchter. Holunder, Haselnuß und Brennessel sind Strahlensucher. Wo sie wachsen, sollten Sie sich nicht zum Meditieren oder Schlafen hinlegen. Tanne, Fichte, Apfel und GemĂŒse sind StrahlenflĂŒchter. Sie wachsen nicht oder schlecht auf strahlenden Verwerfungen und Wasseradern. Vor allem ApfelbĂ€ume reagieren sehr sensibel und weichen deutlich aus beziehungsweise verdrehen und verrenken sich. Wo das geschieht, handelt es sich um Orte, die Sie ebenfalls meiden sollten.


Hinweise der Natur

Misteln, Eiben und Wacholder weisen darauf hin, daß dort, wo sie wachsen, ein Austausch mit der Erde möglich ist. Den Germanen waren PlĂ€tze, an denen WacholderbĂŒsche wuchsen, heilig, und niemand wagte es, dort etwas abzuschneiden. Auch Weißdorn ist eine Pflanze, die an alten KultplĂ€tzen oft zu finden ist. Misteln haben die FĂ€higkeit, Reizstrahlungen zu neutralisieren, sie helfen also ihrem Wirtsbaum, an einem (auf Dauer) schwierigen Platz zu ĂŒberleben. Viele Arten von unnatĂŒrlichen Wucherungen, wie KrebsgeschwĂŒre an BĂ€umen, weisen auf StrahlungsphĂ€nomene hin. Ob diese jedoch fĂŒr den Menschen schwierig oder bei kurzfristigem Aufenthalt energetisierend sind, muß von Fall zu Fall ĂŒberprĂŒft werden.
Auch PlĂ€tze, an denen Bienen oder Ameisen leben, sind energetisch markant. Sie sollten solche PlĂ€tze nur kurz aufsuchen, um mit der Erde in Austausch zu treten, denn man kann dort gewisse Heilenergien erfahren. LĂ€ngerer Aufenthalt oder sogar Übernachten an solchen Orten kann sich schĂ€dlich auswirken. Deshalb sollten Sie hier nicht lĂ€nger als eine halbe Stunde bleiben. Achten Sie in jedem Fall auf Ihre Körperreaktionen und hören Sie auf Ihre innere Stimme (nach Scarlet Werner).


Was kann ich an einem Kraftplatz tun?

KraftplĂ€tze sind in ihren Möglichkeiten unterschiedlich einzuordnen. Nicht jeder ist aufladend oder aufbauend. Deswegen beachten Sie die Hinweise im Kapitel »Wie erkenne ich einen Kraftplatz?«. In keinem Fall sollten sie als seelischer Schuttabladeplatz mißbraucht werden. Wenn Sie emotionale Probleme haben, gehen Sie lieber in den Wald und legen sich auf den Waldboden. Auch BĂ€ume können ausgleichenden Trost spenden. Wenn Sie einen Rat suchen oder eine Frage haben, wenden Sie sich an einen großen Baum, der Sie anzieht. Versuchen Sie einen Dialog.
Es liegt an Ihnen, Ihrer Stimmung und Ihren BedĂŒrfnissen, ob Sie sich mehr zu einem offenen oder geschlossenen, einem natĂŒrlichen oder bebauten, einem christlichen oder vorchristlichen Platz hingezogen fĂŒhlen, ob Sie einen Berg oder eine Höhle, luftige oder erdige Energien brauchen. Berge haben eher Yang-QualitĂ€t, mĂ€nnlich, und sind geeignet, wenn man Klarheit und Überblick sucht. Wasser in Form von Seen, FlĂŒssen oder Quellen ist yin, also weiblich betont und gut, um in Kontakt mit seinen GefĂŒhlen und der Intuition zu kommen.
Verstehen Sie mich jedoch bitte mit dieser EinfĂŒhrung nicht falsch. Orte der Kraft sind nicht dazu da, um nur etwas zu bekommen, aufzutanken oder Heilung zu erhalten. Orte der Kraft spenden Energie, man kann sie empfangen, aber nicht verlangen oder erwarten. Wichtig ist der Austausch, und dazu gehören das Geben, das EinfĂŒhlen, das Hinhören, das Fragen und das Bitten. In diesem Prozeß des Lauschens und der Hingabe entwickeln sich Eingebungen, kommen Ideen oder Gedankenblitze, erwacht die Intuition, strahlt das Herz, wĂ€chst die Seele und die Aura.
Um sich mit einem Ort zu verbinden, sind Meditationen und Visualisationen hilfreich. Suchen Sie sich einen Platz, der Sie anzieht, oder besser, lassen Sie sich zu einem »fĂŒhren«. Setzen Sie sich mit möglichst gerader WirbelsĂ€ule hin und atmen Sie mehrmals tief ein und aus. Dann lassen Sie Ihre Atmung frei fließen und beobachten Sie nur. Um das Netz der Gedanken zu durchbrechen, kann ein Mantra hilfreich sein, das Sie immer wiederholen, zum Beispiel AUM, OM, RAM oder SOHAM.
Stellen Sie sich nun vor, wie sich Ihre WirbelsĂ€ule nach unten in die Erde verlĂ€ngert und tiefer und tiefer in sie eindringt. SpĂŒren Sie sich durch den Boden und alle Gesteinsschichten hindurch bis zum Mittelpunkt der Erde. Dort verankern Sie sich und verharren eine Weile in diesem Zustand, bis Sie sich wirklich »verbunden« fĂŒhlen. Dies dient der Stabilisierung.
Nun stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer weißen LichtsĂ€ule, die aus dem Kosmos kommt. Dieses Licht durchströmt alle Zellen Ihres Körpers, reinigt und harmonisiert Sie, bis Sie gesĂ€ttigt sind. Falls Ihnen eine bestimmte Farbe fehlt, lassen Sie diese Farbe einströmen. Wenn Sie nicht wissen, welche Farbe Ihnen fehlt, schreiben Sie das als Frage auf eine imaginĂ€re innere Leinwand und schauen Sie, was bildlich oder schriftlich als erstes erscheint. Es kommt dabei immer auf den ersten Impuls an.
Jetzt fragen Sie den Ort oder den Baum, an dem Sie sitzen, was Sie tun oder geben können. In jedem Fall können Sie das weiße oder farbige Licht in die Erde leiten und es wie Wurzeln eines Baumes an die Erde verteilen und ausströmen lassen. Geben Sie Ihre Liebe und Hoffnung mit hinein in dieses Licht und schließen Sie Frieden mit der Erde und all ihren Lebewesen.
Orte der Kraft, ob nun in einer Kirche oder in der Natur, verstÀrken oft die Verbindung nach »oben« oder nach »unten«. Aber machen Sie sich niemals von einem Ort abhÀngig, denn letztendlich geht es darum, sich selbst als Ort der Kraft zu entdecken, in sich selbst den ruhenden, nicht mehr Wertungen unterworfenen Mittelpunkt zu finden.


Über den Umgang mit KraftplĂ€tzen

Orte der Kraft sind zwar PlĂ€tze mit großem Potential, aber sie sind auch sehr empfindsam. Sie spielen im Prozeß des Lebens auf der Erde sowohl fĂŒr die Erde selbst als auch fĂŒr Tier und Mensch eine große Rolle, deren Bedeutung wir gerade erst wiederentdecken. Wenn nun heilige Orte mißbraucht oder zum Beispiel wegen ihrer BodenschĂ€tze ausgebeutet werden, so fĂŒgen wir damit einer ganzen Region, einem ganzen Land oder auch der gesamten Erde großen Schaden zu. Bestes Beispiel dafĂŒr ist der heilige Tafelberg der Hopi, wo Uran gefunden wurde und abgebaut werden soll(te). Auch der Ayers Rock, der heilige Berg der Aborigines in Australien, unter dem grĂ¶ĂŸere Uranvorkommen entdeckt wurden, ist bedroht.
In
Irland ist es dank heftiger WiderstĂ€nde noch einmal gelungen, daß auf die kommerzielle Ausbeutung grĂ¶ĂŸerer Goldvorkommen unter dem höchsten und heiligen Berg Croagh Patric verzichtet wurde.
Wenn wir uns also fĂŒr solche PlĂ€tze einsetzen und um ihre Erhaltung kĂ€mpfen, tun wir etwas, was nicht nur dem betroffenen Volk, sondern unter UmstĂ€nden der ganzen Erde zugute kommt - Ă€hnlich wie beim Regenwald-Problemkomplex. So lernen wir auch hier, daß alles durch ein Netz von feinen Energiebahnen miteinander verbunden ist, die wie die Nerven in unserem Körper an die Zentrale weiterleiten, was im entferntesten Winkel passiert. Wenn ein Sonnenstrahl unsere Hand erwĂ€rmt, ein Kuß unsere Lippen berĂŒhrt oder ein Dorn uns irgendwo sticht, reagiert unser ganzes Wesen darauf. So ist es auch mit der Erde.
Unsere wissenden Vorfahren lebten mit diesem ganzheitlichen Bewußtsein, und die Geomanten von heute sind bemĂŒht, diese heilige Kunst in ihrem Sinne anzuwenden.
Wenn Sie also einen Ort der Kraft aufsuchen, so seien Sie offen fĂŒr neue Erfahrungen und nicht enttĂ€uscht, wenn Sie nicht gleich etwas spĂŒren oder ein besonderes Erlebnis haben. Ein Ort der Kraft erschließt sich nicht so einfach bei einem einmaligen Durchlaufen oder kurzem HinfĂŒhlen. Schließlich haben wir in den letzten Jahrhunderten unsere natĂŒrliche SensibilitĂ€t und WahrnehmungsfĂ€higkeit verloren oder unterdrĂŒckt.
Erwarten Sie also nicht, daß Sie gleich Lichtvisionen haben oder das »große Kribbeln« bekommen. Auch bei mir hat es Monate gedauert, und ich bin mir auch jetzt oft nicht ganz sicher, was ich eigentlich genau spĂŒre, ob gewisse Körperreaktionen und Wahrnehmungen Einbildung, Zufall oder authentisch sind.
Ein Geomant benötigt etwa ein bis drei Tage, um einen Ort der Kraft zu erforschen, und unter UmstĂ€nden sogar mehrere Jahre, um ihn wirklich zu erschließen. Lassen Sie also einen Platz mindestens einen oder mehrere Tage von »allen Seiten« auf sich wirken, oder gehen Sie mehrmals beziehungsweise regelmĂ€ĂŸig hin. Kleine Rituale, ein stilles Gebet, eine Blumengabe oder eine Meditation sind mehr wert als »Abchecken« jeglicher Art.


NatĂŒrliche KraftplĂ€tze

NatĂŒrliche Orte der Kraft sind Berge, Quellen, manche Höhlen, grĂ¶ĂŸere Felsformationen und viele BĂ€ume. Fallen mehrere dieser Aspekte zusammen, also zum Beispiel eine auffallende Baumformation bei einer Quelle in der NĂ€he eines markanten Felsens, so deutet dies auf besondere energetische QualitĂ€ten. Sagen und Volksglaube haben schon immer solchen PlĂ€tzen Elementargeister, Elfen, Gnome und andere Wesenheiten zugeordnet. Daß dies nicht so abwegig ist, hat die Findhorn-Gemeinschaftin Schottland bewiesen (ein ĂŒbrigens bedeutender Kraftplatz), der es durch den telepathischen Kontakt mit Naturgeistern gelungen ist, in einer unwirtlichen und unfruchtbaren Gegend einen wahren Wundergarten und eine blĂŒhende Gemeinschaft zu etablieren, die weltweite Anerkennung erfahren hat.
Dabei muß man sich Elementarwesen nichtunbedingt so vorstellen, wie wir es aus MĂ€rchen und Sagen in Form schöner Feen oder schrumpeliger Zwerge kennen. Dies sind menschliche Projektionen oder menschenadĂ€quate Übersetzungen von PhĂ€nomenen und Naturenergien, die durchaus eine Eigendynamik oder Eigenpersönlichkeit haben. Diese Eigenpersönlichkeit lĂ€ĂŸt sich am einfachsten bei einzelnen alten BĂ€umen nachvollziehen; und ob dies nun Glaube, Phantasie oder eine andere RealitĂ€t oder Dimension ist, damit sollten wir westliche, der Natur entfremdete Zivilisationsmenschen erst mal vorsichtig sein.
Das Wissen und die KultplĂ€tze unserer »heidnischen« Vorfahren oder der wenigen ĂŒbriggebliebenen Naturvölker beziehungsweise ihrer Schamanen können uns vielleicht helfen, die Stimmen und Zeichen der Natur wieder wahrzunehmen, ob nun personifiziert oder nicht.
Daß es mehr als nur fĂŒnf Sinne gibt, daß Intuition dem rationalen Denken oft ĂŒberlegen ist, dieses Wissen scheint sich langsam Bahn zu brechen. Fangen wir also wieder da an, wo menschliches Macht- und Eigennutzdenken begann, sich die Erde Untertan zu machen und gegen sie statt mit ihr zu arbeiten - da, wo der lebendige Kontakt mit der Natur abriß.
Es wurde bei vielen Tierarten hĂ€ufig beobachtet, daß zwischen dem einzelnen Geschöpf und seiner Umwelt eine bemerkenswerte Beziehung besteht. Den heutigen Menschen erscheint diese Beziehung befremdlich, denn sie sind jetzt weit von der natĂŒrlichen Welt entfernt. FĂŒr uns ist die FĂ€higkeit der Taube, ĂŒber Hunderte von Kilometern wieder nach Hause zurĂŒckzufinden, oder des Lachses, nach einer Reise um die halbe Welt wieder an seinen Geburtsort zurĂŒckzukehren, um dort zu laichen, ein außergewöhnliches und unerklĂ€rliches PhĂ€nomen. Aber in der Natur sind solche Leistungen nicht ungewöhnlich. Wilden Tieren sind diese Gaben angeboren, die die Wissenschaft unter der Rubrik 'Instinkt' abzuheften beliebt. Der Schwalbe bereitet es kein Problem, nach einem Hin- und RĂŒckflug von 24.000 km wieder an den Nistplatz des Vorjahres.


Heilige Berge

Vielen Naturvölkern, wie zum Beispiel den nordamerikanischen Indianern, sind Berge heilig. Warum gibt es kaum heilige TĂ€ler, aber so viele heilige Berge? Warum liegen alte Kirchen und Kapellen und die KultplĂ€tze der Kelten so oft auf Bergen? Mit Sicherheit war dafĂŒr nicht die schöne Aussicht oder allein Sicherheitsdenken ausschlaggebend. In vielen Kulturen und zu allen Zeiten galten die (höchsten) Berge als Sitz der Götter. Man betrachtete und bestieg sie mit Ehrfurcht, man gab ihnen Namen. Moses beispielsweise erhielt die Gesetzestafeln fĂŒr das Volk Israel auf einem Berg, und Jesus predigte auf Bergen (Bergpredigt).
Objektiv und subjektiv ist der Mensch auf der Spitze eines Berges dem Himmel, den Sternen oder seinem Gott nĂ€her. Er ist dem Alltag entrĂŒckt, und er verschafft sich einen Â»Ăœberblick«. Der Geomant sagt dazu: An jeder Bergspitze ; sammeln sich die ÄtherkrĂ€fte, und die Wahrscheinlichkeit, daß hier kosmische Energien einstrahlen, ist grĂ¶ĂŸer als sonstwo.
Auch unterscheiden sich KraftplĂ€tze danach, ob sie ihre Energie aus der Erde beziehen oder mit »Numen« - also bewußt durch menschliche Energie - aufgeladen sind.
Dies finden wir zum Beispiel bei Schwarzen Madonnen (nach Scarlet Werner).
Unsere Vorfahren haben uns viele BrĂ€uche vererbt, die mit der Natur, ihren Rhythmen und ihren Kostbarkeiten zu tun haben. Vor allem BĂ€ume galten als geheimnisvolle, fast ĂŒbernatĂŒrliche Geschöpfe, in Entwicklung und Wachstum Menschen vergleichbar. Die Germanen sahen zum Beispiel in einem Schutzbaum das Symbol des eigenen Lebens.
Heute noch gehören BÀume oder Zweige zu vielen FestbrÀuchen und Feiertagen: der Weihnachtsbaum, der Maibaum, der Baum des Richtfestes und dergleichen.
Selten, aber immer noch erhalten ist der Brauch, um alte Linden zu tanzen, wovon so manche Tanzlinde in ThĂŒringen und Bayern zeugt. Auch das öffentliche Leben, wie etwa Gerichtsverhandlungen, vollzog sich unter BĂ€umen, den sogenannten Femelinden. MĂ€chtige einzelne BĂ€ume, ebenfalls meist Linden, waren Mittelpunkt vieler Dörfer. Kein Wunder also, daß sich viele Sagen um besonders auffĂ€llige alte BĂ€ume ranken und daß sie in zahlreichen MĂ€rchen allerlei seltsamen Wesen und Naturgeistern als Wohnstatt dienten oder als Einstieg ins Erdinnere.


Vom Waldkult zum Richtbaum

Besondere BĂ€ume und WĂ€lder waren fĂŒr unsere Vorfahren heilige StĂ€tten. Schon Tacitus berichtete vom Waldkult der Germanen und schrieb, daß in heiligen Hainen ihre Götter wohnten, und so mancher Dorf- und Flurname kĂŒndet heute noch davon, wie zum Beispiel Götzenhain, Lichtenhain, Heidenau, Heidenfels, Druidenhain. Hier fanden Volksversammlungen, Gerichte und Gottesdienste statt. »Bestimmte Haine oder besondere BĂ€ume waren einzelnen Gottheiten geweiht. Ein heiliger Baum durfte nie seines Laubes oder seiner Zweige beraubt, geschweige denn umgehauen werden. Bei den Vorfahren der Esten galt es fĂŒr ruchlos, in heiligen Hainen auch nur ein Blatt abzubrechen. Die Eiche stand an vorderster Stelle unter den geheiligten BĂ€umen. Danach folgten Esche und Buche.
»BrÀuche und Mythen
um BĂ€ume sind eng miteinander verbunden. In Mecklenburg knĂŒpfen sich viele alte BrĂ€uche an sogenannte WunderbĂ€ume. Dies sind vor allem >Krupeichen<. Es handelt sich um BĂ€ume, deren Stamm etwa in Mannshöhe eine lĂ€nglich-runde Öffnung aufweist, die einem Menschen mehr oder weniger leicht ein
Hindurchkriechen (niederdeutsch: >Dörchkrupen<) ermöglicht. Entstanden sind diese KrupbĂ€ume meist durch Verwachsungen des Stammes und der Zweige, aber auch durch Zusammenwachsen von zwei getrennten StĂ€mmen oder durch kĂŒnstliche EinflĂŒsse. Nach altem Volksglauben sollte das Durchkriechen dieser BĂ€ume Heilung von manchen Leiden wie Gliederreißen, Gicht, Rheumatismus und Ischias bringen. Besondere Regeln mußten dabei befolgt werden. Ein stillschweigendes >Dörchkrupen< vor Aufgang oder nach Untergang der Sonne und möglichst am Freitag stellte besonders wirksame Heilung in Aussicht.
Im Volksglauben um die Krupeichen steckt ein Rest alten Baumkults. Diese >WunderbĂ€ume< galten als heilig und unverletzlich.« (DDR-TouristikfĂŒhrer: Naturdenkmale)
In diesem Zusammenhang stehen auch die »FieberbĂ€ume«, in die man ĂŒber Nacht seine Kleider hĂ€ngte, um dann beim Tragen Heilung körperlicher Leiden zu finden.
Ein Dorfbaum markierte den Treff- und Mittelpunkt der Gemeinde. Meist handelte es sich um eine Linde. Der Richtbaum ist das Symbol fĂŒr Schutz, GlĂŒck und Segen fĂŒr die zukĂŒnftigen Bewohner des neuen Hauses. Der Christbaum als Weihnachtssymbol weist auf die Unsterblichkeit und das ewige Leben hin. Der Maibaum ist bereits seit der Antike ein Symbol fĂŒr das Erwachen der Natur und fĂŒr Fruchtbarkeit. Die Femelinde erscheint als Gerichtsbaum der Göttin Freya, die die Kraft der Weissagung besaß und damit die Wahrheit ans Licht bringen konnte. Heilige BĂ€ume sind bei den Indern der Bodhi-Baum, unter dem Buddha seine Erleuchtung fand, bei den Germanen die Eiche und spĂ€ter nach der Christianisierung die Linde.
Der Baum der Erkenntnis, meist als Granatapfel oder Feigenbaum dargestellt, wÀchst im Paradies neben dem Baum des Lebens und deutet auf die PolaritÀt von Mann und Frau, gut und böse, Leben und Tod hin. Der Weltenbaum verbindet Himmel, Erde und Unterwelt. Er ist Sinnbild des ewigen Lebens und weist auf die Einheit des Kosmos hin. Er kommt in den Mythen aller Völker vor. Das bekannteste Beispiel ist die in der Edda beschriebene Weltesche Yggdrasil.

Viele BĂ€ume kann man als Ort der Kraft ansehen oder als Anzeiger fĂŒr einen solchen. Die heilige Edigna von Puch lebte 30 Jahre in einem Baum, der heute noch als tausendjĂ€hrige Linde besteht.

Das Lied der Linde - eine Prophezeiung von 1850





Quellen:
David Lucyn - Magisch Reisen / Deutschland.
und eigene
und http://mitglied.lycos.de/misk108/geomantie_text.html

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